John Cages Quartets I-VIII ist eines der ungewöhnlichsten und raffiniertesten Orchesterwerke, das ich kenne. Es entstand zur Zweihundertjahrfeier der Vereinigten Staaten von Amerika. Cage verwendete acht alte amerikanische Choräle, die er mit Hilfe des chinesischen Orakels I Ging zu einem völlig neuen Werk umformte.
Die Grundidee ist, immer nur vier Instrumente des Orchesters gleichzeitig spielen zu lassen. So entstehen ständig neue Gruppen, die sich zu Quartetten unterschiedlichster Instrumentation formieren. Welche Töne von einem bestimmten Instrument gespielt werden, entschied Cage mittels des I Ging. Blickt man zunächst auf die Partitur, erscheint das Stück als sehr einfach.
Doch durch den fragmentarischen Charakter der Instrumentierung ist die Aufführung eine große Herausforderung. Jeder Musiker muss genau zählen, um seinen Einsatz nicht zu verpassen. Doch der größte Anspruch liegt darin, die wenigen zu spielenden Töne dann in das Gesamtgefüge so einzupassen, dass am Ende sinnvolle Phrasen entstehen. Nur durch genaues Hinhören und dem Verfolgen der Musik kann es gelingen, das Stück zum Klingen zu bringen.
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