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In der Musik von Iannis Xenakis sind Rationalität und Emotionalität untrennbar miteinander verschränkt. Die Strukturen seiner im Grunde emotionalen Stücke sollten als Chiffren menschlicher Existenz verstanden werden. Für die Interpreten seiner Musik bedeutet das, zu versuchen, die ›Noten‹ so getreu wie möglich zu spielen. Andererseits kann aber keine der hier vorgestellten Kompositionen wirklich ›korrekt‹ wiedergegeben werden. Mehr noch: Sie sind streckenweise unspielbar, weil Xenakis in allen Stücken sehr oft die spieltechnischen Möglichkeiten des jeweiligen Instruments ignoriert bzw. überschreitet.

Der Wunsch, die Kompositionen so zu hören, wie Xenakis sie sich wahrscheinlich vorgestellt und ganz präzise notiert hat, ist aber selbstverständlich trotzdem berechtigt. Der Dirigent Daniel Grossmann legt mit dieser CD wahrscheinlich als Erster einen Rekonstruktions-versuch der klanglichen Vorstellungen des Komponisten vor. Die sehr spontan wirkenden Aufnahmen sind dabei in Wahrheit das Resultat einer intensiven Arbeit am Computer. Viele Feinabstimmungen waren gerade im Bereich des Lautstärke-Verhältnisses einzelner Töne nötig.
(Aus dem Booklettext, Tom Sora)

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Iannis Xenakis

1. Herma (Ausschnitt)
2. Naama (Ausschnitt)